Brauprozess

Der reine Brauprozess dauert allgemein ca. acht Stunden, also etwa einen Arbeitstag. Bis man allerdings das fertige Bier verkosten kann, vergeht deutlich mehr Zeit – etwa sieben bis acht Wochen. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Am Anfang war das Malz

Los geht es mit dem gekeimten Korn, also dem Malz. Das wird am Morgen des Brautages geschrotet. Malzschroten bedeutet nichts anderes, als dass mit einer Mühle die Schalen der Malzkörner aufgebrochen werden. Nächster Halt: Maischbottich.


Im Maischbottich

Hier trifft Wasser auf Malz. Ziel beim Maischen ist es, die Stärke aus dem Malz zu lösen. Daraus entsteht eine Art Brei. Durch das Erhitzen dieses Maischebreis entstehen vergärbare und unvergärbare Zucker. Merke: Vergärbare Zucker wandelt die Hefe in Alkohol. Unvergärbare Zucker schenken dem Bier einen Hauch Süße. Damit ist klar, dass beim Maischen die wesentlichen Weichen für den Biergeschmack gestellt werden.

Hinweis:
Es gibt tatsächlich noch Brauer, die die Temperatur einzig durch Feuer konstant halten - das ist eine wahre Kunst. Im Normalfall wird hier aber mit Gas erhitzt. Nach ungefähr einer Stunde wird abgemaischt. Jetzt wird die Temperatur noch einmal auf ungefähr 75 Grad hochgedreht, sodass sich die Enzyme auflösen.


Vom Maische- in den Läuterbottich und zurück

Jetzt wird das Flüssige vom Festen getrennt. Wo? Im Läuterbottich. Dieser hat ein Sieb im Boden, durch das die flüssige Würze, die vom Maischen bleibt, abfließen kann. Es folgt das Anschwänzen im Läuterbottich. Hier wird das ausgelaugte Malz – auch Treber genannt – mit warmem Wasser übergossen, um die Reststärke zu lösen. Weiter in der Sudpfanne…


In der Sudpfanne (Hopfen kochen)

Hier wird’s heiß, richtig heiß, die Würze wird gekocht. Das macht das Bier steril und haltbar, denn durch die Hitze sterben die Bakterien. Und so löst sich das Gute aus dem Hopfen. Der Hopfen kommt portionsweise und zu unterschiedlichen Zeiten des Würzekochens in die Sudpfanne hinein.


Über Whirlpool und Kühler in den Gärtank

Die Würze wird etwa eine Stunde lang gekocht, bevor sie in den Whirlpool kommt – nein, nicht zum Wellnessen. Der Whirpool ist in diesem Fall ein kleiner Behälter, in den die Würze mit extra viel Schwung gespritzt wird. Das führt dazu, dass sich die Flüssigkeit im Kreis dreht und so zu einem kleinen Strudel wird. Hopfenreste und weitere feste Bestandteile lösen sich so von der Würze und sammeln sich in einem Kegel in der Mitte des Behälters. Klingt verrückt, ist aber Physik. Nun kommt der große Auftritt der Hefe. Aber bevor die aus Zucker Alkohol machen kann, muss die Würze erst abkühlen, da die Hitze sonst die Hefe zerstören würde. Für diesen Abkühlprozess verwendet man meistens einen Plattenkühler, der das Biergemisch auf 10 bis 20 Grad herunterkühlt. Dann kommt es in den Gärtank.


Hefe-Geben

So, die Würze ist jetzt entsprechend abgekühlt und die Hefe kann problemlos hinzugegeben werden. Das Hefe-Geben ist gleichzeitig auch das Ende des Brautages. Jetzt kommt höchstens noch ein Feierabendbier.


Sehnsüchtig wird das Bier jeden Tag geprüft: Ist es jetzt endlich so weit?

Im Schnitt hat die Hefe jetzt eine Woche Zeit. Sie wird in dieser Zeit die vergärbaren Zucker in Alkohol und Kohlensäure verwandeln. Dabei ist ihr erster Schritt das sogenannte „Aufkräusen“. Beim Aufkräusen bekommt das junge Bier zum ersten Mal eine Art Schaumkrone – und das im Gärbottich. Wenn die „Hauptgärung“ abgeschlossen ist, wird das Bier in den Lagertank umgefüllt. Dort gärt die Hefe weiter nach. Wie lange sie das tut, ist maßgeblich abhängig vom Bierstil. Einigen wir uns auf eine Spanne von zehn Tagen bis mehrere Wochen. Und wenn der Braumeister sein Bier dann endlich probiert und mit einem breiten Lächeln im Gesicht sagt „Ja, jetzt ist es so weit“ wird das fertige Bier aus dem Lagertank in Fässer und Flaschen abgefüllt. Jetzt beginnt der schönste Teil – Prost!